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Informationen für Brandmeisteranwärter/innen

Ansprechpartner

Jühlke, Andreas

Telefon: 0 20 64 / 60 60-120

Feuerwache

Büro: F130

Hünxer Straße 300
46537 Dinslaken

Allgemeines

Die Beamtinnen bzw. Beamten der Laufbahngruppe 1 sind bei der Feuerwehr Dinslaken im Feuerwehr- und im Rettungsdienst tätig. Die Brandbekämpfung und die Hilfeleistung bei Unglücksfällen und Notständen gehören ebenso zum täglichen Einsatzaufkommen wie die Durchführung der Notfallrettung und des Krankentransportes.

Die Einsatzaufgaben sind ausgesprochen vielfältig und erfordern gut ausgebildetes, technisch versiertes Personal, das körperlich leistungsfähig und psychisch belastbar sein muss.

Der Dienst wird in einer 48-Stundenwoche auf 2 Wachabteilungen hauptsächlich in 24-Stunden-Schichten und zum Teil auch in 12-Stunden-Schichten geleistet. Im Schichtdienst hat jede Feuerwehrfrau bzw. jeder Feuerwehrmann eine bestimmte Funktion auf einem Einsatzfahrzeug, mit dem im Alarmfall ausgerückt wird. In der einsatzfreien Zeit werden verschiedene anfallende Arbeiten durchgeführt, unter anderem auch Arbeiten in den vorhandenen Werkstätten, um Geräte, Fahrzeuge oder Gebäude zu warten bzw. zu reparieren.

Darüber hinaus hat jede Beamtin bzw. jeder Beamte regelmäßig an Wachunterrichten, Übungsdiensten und dem Dienstsport teilzunehmen. Zur Erhaltung der notwendigen Fitness stehen ein Fitnessraum und ein feuerwehreigenes Sportgelände zur Verfügung.

In der Bereitschaftszeit hat sich die Beamtin bzw. der Beamte in der Wache aufzuhalten. Es stehen gut eingerichtete Aufenthalts- und Ruheräume zur Verfügung.

Einstellungsvoraussetzungen

In den Vorbereitungsdienst kann eingestellt werden, wer u.a.

  • die deutsche Staatsangehörigkeit, die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaates oder einesanderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum besitzt,
  • die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten,
  • mindestens eine Hauptschule mit Erfolg besucht hat oder einen entsprechenden Bildungsstand besitzt,
  • eine Gesellenprüfung in einem für den feuerwehrtechnischen Dienst brauchbaren Handwerk oder eine entsprechende förderliche abgeschlossene Berufsausbildung hat,
  • zum Einstellungszeitpunkt nicht älter als 38,5 Jahre ist,
  • nach amtsärztlichem Gutachten für den Dienst in der Feuerwehr geeignet ist,
  • die Fahrerlaubnis der Klasse B (alte Klasse III) besitzt.

Eignungsprüfung

Die Bewerberinnen bzw. Bewerber müssen an einer Eignungsprüfung teilnehmen. Die Eignungsprüfung umfasst einen theoretischen Teil, einen praktischen Teil und ein Vorstellungsgespräch. Abschließend wird die gesundheitliche Eignung durch ein amtsärztliches Gutachten festgestellt.

Theoretischer Teil

Im theoretischen Teil werden unter anderem Rechtschreibung, mathematische Grundlagen, dreidimensionales Denken, Arbeitstempo und Sorgfalt überprüft.

Praktischer Teil

Der praktische Teil wird an zwei Tagen durchgeführt.

1.      Physische Eignungsfeststellung (Sporttest)

2.      praktische Fertigkeiten (handwerkliches Geschick)

1. Physische Eignungsfeststellung für die Berufsfeuerwehren in Deutschland (Stand 01.01.2017)

Wir führen den oben genannten Test durch, dieser ist durch die Sporthochschule Köln zertifiziert und demnach Geschlechtsneutral zu bewerten. Folgende Übungen werden durchgeführt:

1.      Balancieren
Die Testaufgabe „Balancieren“ dient der Überprüfung der Balancefähigkeit und der dynamischen Rumpfstabilisation mit Zusatzlast in einer kognitiv komplexen Aufgabenstellung. Die Testperson balanciert über einen 10 cm breiten und 5 m langen Balken unter Aufnahme und Ablegen einer 5 kg schweren Zusatzlast mit Übersteigen eines Medizinballs insgesamt 4-mal innerhalb von ≤ 50 s hin und her.

2.      Liegestütz
Die Testaufgabe „Liegestütze“ überprüft die lokale dynamische Kraftausdauer der Armstreck- und Brust-muskulatur sowie die Rumpfstabilität. Die Testperson führt 12 Wiederholung ohne Unterbrechung in einem kontrollierten Bewegungstempo von 4 s für eine Wiederholung aus.

3.      Wechselsprünge
Die Testaufgabe „Wechselsprünge“ dient der Überprüfung der Schnellkraftausdauer und der Reaktivkraftfähigkeit der unteren Extremitäten sowie der Ganzkörperkoordination unter Zeitdruck. Die Testperson springt mit beiden Beinen gleichzeitig so schnell wie möglich seitlich über eine 33 cm hohe Stange innerhalb von 30 s ≥ 42-mal hin und her.

4.      Beugehang
Die Testaufgabe „Beugehang“ dient der Überprüfung der lokalen statischen Kraftausdauer der Armbeuge- und Handmuskulatur. Die Testperson hängt 45 s frei mit gebeugten Armen im Kammgriff an einer Stange, so dass das Kinn ohne Berührung über der Stange verbleibt.

5.      Seitlicher Medizinballwurf
Die Testaufgabe „seitlicher Medizinballwurf“ überprüft die Schnellkraft und die Koordination der Bein-, Rumpf- und Armmuskelkette. Die Testperson wirft in einem Wertungsdurchgang pro Seite einen 4 kg Medizinball möglichst weit (≥ 7,50 m) aus einer aufeinander abgestimmten Beinstreckung, Rumpfrotation und seitlich geführten Wurfbewegung nach vorn.

6.      CKCU-Test
Die Testaufgabe „Closed Kinetic Chain Upper Extremity (CKCU)-Test“ überprüft die Schnellkraftaus-dauer der Arm-, Schulter- und Brustmuskulatur, die dynamische Rumpfstabilität sowie die Armkoordination unter Zeitdruck. Die Testperson greift aus dem Stütz schnellstmöglich in 15 s ≥ 23-mal mit den Händen aus einer 90 cm breiten Markierungszone wechselseitig über.

7.      Kasten-Bumerang-Test
Die Testaufgabe „Kasten-Bumerang-Test“ überprüft die Ganzkörperkoordination inner-halb einer komplexen Bewegungsaufgabe. Die Testperson durchläuft schnellstmöglich nach einem festgelegten Laufweg innerhalb von ≤ 19 s den Parcours aus drei Kastenteilen, die einerseits übersprunen und andererseits durchkrochen werden müssen.

8.      400 m Lauf
Die Testaufgabe „400 m-Lauf“ überprüft die anaerobe Ausdauerfähigkeit. Die Testperson läuft schnellstmöglich eine Strecke von 400 m (≤ 85 s).

9.      3000 m Lauf
Die Testaufgabe „3000 m-Lauf“ dient der Überprüfung der Grundlagenausdauer. Die Testperson läuft schnellstmöglich eine Strecke von 3000 m (≤ 15 min).

Der Nachweis über die Schwimmfertigkeit kann durch ein Jugendschwimmabzeichen oder das Rettungsschwimmerabzeichen erbracht werden. Alternativ kann der Nachweis auch über das Formular des DOSB erbracht werden. Das Dokument finden Sie hier. Alle Nachweise dürfen nicht älter als 24 Monate sein.
Abnahmeberechtigt sind alle Ausbilder aus dem Schwimmbereich. Fragen Sie dazu bitte bei den örtlichen Schwimmvereinen oder Schwimmbädern nach.

Ein Angebot für die Vorbereitung auf den Sporttest finden sie hier.

2. praktische Fertigkeiten (handwerkliches Geschick)

Hier wird unabhängig von der Berufsausbildung das handwerkliche und technische Verständnis geprüft. Dafür müssen sieben kleinere Aufgaben bewältigt werden. Dazu zählt auch das Leitersteigen über eine tragbare Leiter in das 2. Obergeschoß und das Besteigen einer Drehleiter auf 20 m Höhe.


Quellen:

Empfehlung AGBF
Testhandbuch 3.0 der Deutschen Sporthochschule Köln

 

Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt nach beamtenrechtlichen Vorschriften als Beamtin bzw. Beamtin im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst und gliedert sich wie folgt:

Feuerwehrgrundausbildung
B1-Lehrgang, 6 Monate.

Rettungssanitäterinnenausbildung bzw. Rettungssanitäterausbildung
Theorie, Krankenhauspraktikum, Rettungswachenpraktikum, Abschlusslehrgang, Rettungssanitäterinnenprüfung bzw. Rettungssanitäterprüfung

Berufspraktische Ausbildung Teil 1
Feuerwachenpraktikum, 6 Monate

Ausbildung für Sonderfunktionen
Maschinistin bzw. Maschinist für Hilfeleistungs- und Löschfahrzeuge, Funktion einer Truppführerin bzw. eines Truppführers

Berufspraktische Ausbildung Teil 2
Feuerwachenpraktikum
Fahrerinnenausbildung bzw. Fahrerausbildung Führerschein Kl. CE, 5 Monate

Vorbereitung auf die Laufbahnprüfung
Vorbereitungslehrgang auf Laufbahnprüfung gemäß VAPLG1-Feu, 1 Monat

Im Rahmen der Ausbildung wird das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Bronze und das Deutsche Sportabzeichen erworben.
Während dieser Ausbildung sind die Anwärterinnen bzw. Anwärter Beamtinnen bzw. Beamte auf Widerruf. Zum Ende der Ausbildung ist die Laufbahnprüfung für den feuerwehrtechnischen Dienst abzulegen. Nach bestandener Laufbahnprüfung können die Anwärterinnen bzw. Anwärter in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden. Nach erfolgreichem Abschluss der mindestens dreijährigen Probezeit werden die Beamtinnen bzw. Beamten auf Lebenszeit ernannt.